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OPEN SOURCE PIM-Systeme im Überblick


Sind Open-Source PIM-Systeme eine Alternative zu den im DACH-Markt etablierten Closed-Source-Systemen wie zum Beispiel Viamedici, Syndigo, Stibo, Contentserv/Centric uvm. Jeder Marketing-Verantwortliche, der ein PIM-System einführen möchte, kennt das Problem: Der PIM-Markt in der DACH-Region ist hart umkämpft.

OPEN SOURCE PIM-Systeme im Überblick
Open-Source PIM-Systeme (Product Information Management)

Open-Source-PIM-Lösungen bieten eine zentrale Verwaltung von Produktdaten ohne Lizenzkosten. Im Folgenden sind leistungsfähige Open-Source-PIM-Systeme aufgelistet – mit Schwerpunkt auf MIT-Lizenz (soweit verfügbar) sowie anderen gängigen Open-Source-Lizenzen. Die Tabelle gibt einen Überblick über Herkunft, Anbieter, Lizenz und Besonderheiten der Community; danach folgen kurze Beschreibungen der Funktionen und Merkmale jedes Systems.

Details zu den einzelnen Open-Source PIM-Systemen:

  • AtroPIM – Ein modernes, modular konfigurierbares PIM-System aus Deutschland. Entwickelt von der AtroCore GmbH in Regensburg (Ansprechpartner: Alexander Zinchenko, CEO), richtet es sich an Unternehmen jeder Größe. AtroPIM steht unter der GPL v3 Lizenz und baut auf der AtroCore-Plattform auf. Es ist API-first und hochgradig anpassbar (Datenmodell, UI-Layouts, Rollen/Rechte, Workflows). Alle Funktionen sind in der freien Version verfügbar; optionale kostenpflichtige Module erweitern z.B. KI-Funktionen. Besonderheiten: Benutzerfreundliche Web-Oberfläche (mobilfähig), 100% Open-Source ohne Funktionsbeschränkungen und dadurch keine „Feature-Limits“ wie bei manchen Konkurrenzprodukten. Community: Noch relativ jung mit ~99 GitHub-Stars, aber aktive Entwicklung (Version 1.13 im April 2024) und kommerzieller Support durch den Hersteller.
  • UnoPIM – Ein leichtgewichtiges PIM auf Laravel-Basis mit MIT-Lizenz. Ursprünglich von Webkul (Indien) entwickelt, zielt UnoPIM auf kleine bis mittelständische Unternehmen mit einfachen Anforderungen. Es bietet zentrale Produktdatenverwaltung mit intuitiver Benutzeroberfläche und grundlegenden Funktionen (Import/Export, User-Management, Mehrsprachigkeit). Auffällig ist die Integration von “Magic AI” zur automatischen Inhaltserzeugung (LLM-basiert) für Produkttexte. Besonderheiten: Sehr einfacher Einstieg ohne komplexe Konfiguration, für Nicht-Techniker geeignet. UnoPIM ist hochskalierbar (nachgewiesen für >10 Mio. Produkte). Community: Sehr lebendig – UnoPIM hat über 8.000 GitHub-Stars und regelmäßige Commits (Stand Nov. 2025), was auf eine große Entwicklergemeinschaft hindeutet.

Update 2025: alle nun folgenden ursprünglich OpenSource-Systeme sind nicht mehr Open-Source oder dual lizensiert. D. h. die Open-Source-Lizenz ist funktional eingeschränkt.

  • Pimcore – Eine etablierte Open-Source-Plattform aus Österreich, die PIM mit MDM, DAM, CMS und E-Commerce in einem kombiniert. Hinter Pimcore steht die Pimcore GmbH (Salzburg) unter Leitung von Dietmar Rietsch (CEO). Die Community Edition war bis Version 11 unter GPL v3 lizenziert; seit 2025 gilt die Pimcore Open Core License (POCL) für Version 12+ (Quellcode bleibt einsehbar, aber die Lizenz ist nun proprietär open-core). Funktionen: Pimcore ist extrem flexibel und skalierbar für komplexe Produktdaten – es unterstützt beliebig anpassbare Datenmodelle, hierarchische Produktvarianten, umfangreiches Rechtemanagement und Multi-Channel-Publishing. Im Vergleich zu spezialisierten PIMs ist Pimcore jedoch komplexer in Einrichtung und Betrieb (steile Lernkurve, Entwickler erforderlich). Besonderheiten: Enterprise-Features wie Workflow-Engine, Versionierung und KI-gestützte Datenanreicherung sind verfügbar (teils nur in kommerziellen Editionen). Community: Sehr groß – Pimcore existiert seit 2010, hat ~3.700 GitHub-Stars und ein weltweites Partnernetzwerk. Die Software wird aktiv weiterentwickelt (z.B. Release 12.3 im Dez 2025) und von über 118.000 Unternehmen eingesetzt. Damit zählt Pimcore zu den populärsten Open-Source-PIMs im Enterprise-Bereich.
  • Akeneo – Ein führendes Open-Source-PIM aus Frankreich, speziell ausgerichtet auf Product Experience Management im E-Commerce. Entwickelt von Akeneo SAS (Nantes; Mitgründer Frédéric de Gombert), wurde Akeneo 2013 gestartet und hat sich seitdem global verbreitet. Die Community Edition ist unter OSL 3.0 lizenziert und kostenlos nutzbar, während Akeneo auch kommerzielle Editionen (Growth/Enterprise) anbietet. Funktionen: Akeneo bietet eine benutzerfreundliche UI für Marketing-Teams, zentrale Produktkatalogverwaltung mit Übersetzungen, Kategorien, Attributen und Kanäle. Es ist besonders stark in Produktdaten-Anreicherung und einfachem Multichannel-Publishing. Einschränkungen der freien Edition: kein eingebautes DAM (Medienverwaltung) und teils fehlende Massenbearbeitungs-Tools. Besonderheiten: Akeneo fokussiert auf einfaches Handling – schnelle Installation, flache Lernkurve – und hat Erweiterungen für Asset Management und Referenzdaten in höheren Editionen. Durch zahlreiche Plugins und Konnektoren (z.B. zu E-Commerce-Plattformen) lässt es sich gut integrieren. Community: Sehr groß und aktiv – über 70.000 Firmen nutzen Akeneos Community Edition weltweit. Es gibt tausende Akeneo-Implementierungen, regelmäßige Releases (Version 7.0 in 2023) und eine rege Beitragskultur (über 250 Contributors auf GitHub). Akeneo ist damit ein Standardsystem im Open-Source-PIM-Umfeld.
  • Ergonode – Ein modernes Open-Source-PIM aus Polen mit MIT-Lizenz, das 2018 gestartet wurde. Hinter Ergonode steht ein Startup aus Posen (Poznań), Co-Founder und CEO ist Marcin Piwowarczyk. Ergonode zeichnet sich durch UX-orientiertes Design und “Headless”-Architektur aus. Es bietet eine intuitive Web-Oberfläche für Produktmanager (Drag&Drop-Editing, visuelle Content-Anreicherung) und kollaborative Funktionen wie Aufgaben und Kommentare. Besonderheiten: Fokus auf Usability – Ergonode wurde mit Marketing-Teams im Blick entwickelt, die von Tabellen umsteigen. Es unterstützt Vorlagen für Produktdaten, flexible Attribut-Sets und hat eingebaute Workflow- und Übersetzungs-Tools. Durch die API-first Bauweise lässt es sich leicht in Shops, CMS etc. integrieren. Community & Entwicklung: Ergonode war anfangs offen auf GitHub (Code MIT-lizenziert, ~107 Stars). In den letzten Jahren hat es signifikante Investments erhalten (u.a. 5 Mio PLN durch eobuwie.pl-Gründer) und entwickelte Version 4 (Stand 2025). Es existiert eine freie Open-Source-Core-Version und ergänzend ein Cloud-Service. Ergonode wird in mehreren Ländern produktiv eingesetzt (z.B. bei einer großen schwedischen Tierfuttermarke und diversen Modehändlern). Die aktive Community und der kommerzielle Rückenwind machen Ergonode zu einer vielversprechenden jungen PIM-Lösung im Open-Source-Bereich.

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